33. Kasseler Jugendsymposion »Konflikt:fähig«
7. bis 10. Mai 2026
Gegenwärtig beobachten wir das Zerbrechen sichergeglaubter rechtsstaatlicher Ordnungen und völkerrechtlicher Standards. Wir erleben mit Entsetzen, dass der Krieg nach Europa zurückgekehrt ist, und dass auch innerhalb unserer Gesellschaft Konflikte aufbrechen oder eskalieren: Politische Auseinandersetzungen und Kulturevents drohen zu Kulturkämpfen auszuarten, minoritäre Gruppen haben mit stereotyper Herabsetzung bis hin zur physischen Bedrohung zu rechnen, Grundsätze der Humanität wie das Gebot, Geflüchteten Bleiberecht zu gewähren, werden infrage gestellt.
Wie können wir diesem oft von außen aufgezwungenen Konfliktzustand begegnen? Wann ist es angezeigt, dass wir selbst in den Kampfmodus einschwenken, um die eigenen Werte, die selbstgewählte Lebensweise oder unsere bloße Existenz zu verteidigen? Wann ist im Gegenteil ein befriedendes, deeskalierendes Verhalten zu bevorzugen, das die Chance birgt, den Mechanismus von Vergeltung und Konflikteskalation zu durchbrechen?
Friedenserziehung sei das Gegenteil von Konfliktvermeidung, so drückt es der Journalist Heribert Prantl aus. Er setzt sich dafür ein, die Schulung von Konfliktfähigkeit zu einem wichtigen und lebenslangen Bildungsziel zu machen.
Das Anliegen des 33. Jugendsymposions mit dem Titel Konflikt:fähig ist es, sich auf verschiedensten Wegen der Fähigkeit anzunähern, mit Konflikten konstruktiv umzugehen, bevor sie gewaltsam eskalieren, aber auch die Frage danach zu stellen, wie Ausstiege aus Gewaltspiralen gelingen können, sodass nicht nur von einem pragmatischen Friedensschluss, sondern von einem nachhaltigen Öffnen für den Frieden gesprochen werden kann.
Mit der Bezeichnung Konflikt:fähig akzentuieren wir das Vermögen, katastrophale Brüche in Auf- und Umbrüche zu verwandeln. Dass dies nicht möglich ist ohne die Fähigkeit, mit Ambiguitäten umzugehen und Widersprüche auszuhalten, zeigen die vielen Aufgabenfelder in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft, aber auch im täglichen Zusammenleben, denen wir auf dem 33. Jugendsymposion unsere Aufmerksamkeit widmen wollen.